Öffnungszeiten:

Dienstag-Freitag: 10.00 - 16.00 Uhr

Sonntag: 11.00 - 16.00 Uhr

... sowie nach Vereinbarung.

 

Eintrittspreise:

3,50 € | ermäßigt 1,50 €

(03876) 781 422
 

Blick hinter die Kulissen

Einblick in die Sonderausstellung „Kriegergedächtnismale in den Kirchen der Prignitz. Kontinuität oder Wandel nach 1945?“

 

Video: Stadt Perleberg

 

Stadt- und Regionalmuseum Perleberg dankt Evangelischen Kirchengemeinden der Prignitz

In der vergangenen Woche ergab sich vor einigen Kirchen der Prignitz ein ungewöhnlicher Anblick: Mit Transporter und Muskelkraft haben die Mitarbeiter des Stadt- und Regionalmuseums Perleberg große und kleine Kriegergedächtnistafeln aus den Gotteshäusern getragen. Sie wurden nicht etwa gestohlen, sondern mit freundlicher Genehmigung der Evangelischen Kirchengemeinden ins Museum gebracht, damit sie ihren Platz in der neuen Sonderausstellung „Kriegergedächtnismale in den Kirchen der Prignitz. Kontinuität oder Wandel nach 1945?“ einnehmen können. Das Stadt- und Regionalmuseum bedankt sich ganz herzlich beim Evangelischen Kirchenkreis Prignitz, den Gemeinden, den Gemeindekirchenräten und den freundlichen Kirchenältesten vor Ort in den Kirchen. Die Ausstellung wird vom 12. Juli bis zum 15. November 2020 zu sehen sein und von einem vielfältigen Rahmenprogramm mit Vorträgen und Workshops begleitet werden. Alle Veranstaltungen können mit Anmeldung und unter Beachtung der geltenden Abstands- und Hygieneregeln besucht werden. Die Sonderausstellung ist ein Projekt im Rahmen des Themenjahres „Krieg und Frieden. 1945 und die Folgen in Brandenburg – Kulturland Brandenburg 2020“.

Ausstellungstransport, v.l.nr.:Lennart Gütschow (Museumsvolontär) und Torsten Foelsch (Museumsmitarbeiter) © Stadt Perleberg
Objete kommen ins Stadt- und Regionalmuseum Perleberg, v.l.nr.:Lennart Gütschow (Museumsvolontär) und Torsten Foelsch (Museumsmitarbeiter) © Stadt Perleberg
Objete kommen ins Stadt- und Regionalmuseum Perleberg, v.l.nr.:Lennart Gütschow (Museumsvolontär) und Torsten Foelsch (Museumsmitarbeiter) © Stadt Perleberg

 

Einblick in den Kirchen der Prignitz

Legde, Quitzöbel, Nebelin, Giesensdorf, Rühstädt und Groß Pankow

 

Video: Stadt Perleberg

 

Eine Ausstellung entsteht

Im Stadt- und Regionalmuseum Perleberg laufen die Vorbereitungen für die kommende Sonderausstellung „Kriegergedächtnismale in den Kirchen der Prignitz. Kontinuität oder Wandel nach 1945?“ auf Hochtouren. Mit der freundlichen Unterstützung vom Stadtbetriebshof Perleberg wird gestrichen, gebohrt und gehämmert. Während der Museumsmitarbeiter Torsten Foelsch die imposanten Kriegergedächtnistafeln aufhängt, achtet die Kuratorin Dr. Sylvia Müller-Pfeifruck auf die richtige Position. Eine anregende Diskussion um die ambivalenten Denkmale beginnt bereits beim Aufbau der Ausstellung. „Werden die einzelnen Kriege thematisiert und ihre Entwicklung?“, fragt Foelsch. „Nein, im Vordergrund der Sonderausstellung steht die Frage, welche Funktionen und Bedeutungen die Objekte besitzen,“ so Müller-Pfeifruck, „Die Ausstellung will das Geschichtspotential sichtbar machen, das in diesen Gedächtnismalen steckt, die zum Nachdenken über Krieg und Frieden sowie über Sinn oder Unsinn von Gedächtnismalen speziell im christlichen Gotteshaus anregen. Schon in der Vergangenheit gab es Bedenken, ob das Gedenken nicht lieber den Kommunen überlassen werden sollte.“ Besucherinnen und Besucher können sich vom 12. Juli bis zum 15. November 2020 im Museum Perleberg selbst ein Bild von dieser kaum erforschten Denkmalgruppe machen. Die Sonderausstellung ist ein Projekt im Rahmen des Themenjahres „Krieg und Frieden. 1945 und die Folgen in Brandenburg – Kulturland Brandenburg 2020“.

Aufbau der Sonderausstellung "Kriegergedächtnismale in den Kirchen der Prignitz" © Stadt Perleberg
Kuratorin Dr. Sylvia Müller-Pfeifruck und Museumsmitarbeiter Torsten Foelsch © Stadt Perleberg
Ausstellungsaufbau "Kriegergedächtnismale in den Kirchen der Prignitz" © Stadt Perleberg

 

Einblick Aufbau der Ausstellung

 

Video: Stadt Perleberg

 

Die Kuratorin der Ausstellung

Sylvia Müller-Pfeifruck studierte Klassische Archäologie und Kunstgeschichte an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. 1990 promovierte sie ebenda zu mittelalterlicher Glasmalerei. Seitdem arbeitet sie freiberuflich als Bau- und Kunsthistorikerin in Berlin und Brandenburg. Durch zahlreiche Ausstellungen, Publikationen und Vorträge insbesondere zu den Denkmälern des Totenkronenbrauchs hat sie sich bundesweit einen Namen gemacht. Das Stadt- und Regionalmuseum Perleberg zeigte 2017 ihre Wanderausstellung "Totenkronen für Himmelskinder". Ihre neue Ausstellung „Kriegergedächtnismale in den Kirchen der Prignitz. Kontinuität oder Wandel nach 1945?“ stellt diese Denkmalgruppe erstmals exemplarisch einer breiteren Öffentlichkeit vor.

Dr. Sylvia Müller-Pfeifruck

 

Die Ausstellungseröffnung am 12. Juli 2020 im Stadt- und Regionalmuseum Perleberg

Vor der Eröffnung/ Foto: Stadt Perleberg
Ausstellungseröffnung Foto: Stadt Perleberg

 

Einblick Grußworte von Pfafferin Verena Mittermaier zur Ausstellungseröffnung

 

Video: Stadt Perleberg

 

Einblick Einführung von der Kuratorin Dr. Sylvia Müller-Pfeifruck zur Ausstellungseröffnung

 

Video: Stadt Perleberg

 

Vorfahre entdeckt

Dietrich Albrecht aus Pritzwalk, Mitautor der Pritzwalker Heimatblätter, entdeckte beim Besuch der Sonderausstellung „Kriegergedächtnismale in den Kirchen der Prignitz. Kontinuität oder Wandel nach 1945?" auf der Kriegedächtnistafel aus Kemnitz einen Vorfahren, der 1914 bei Gent fiel.

Dietrich Albrecht/Foto: Stadt Perleberg
Historische Abbildung Vorfahre Dietrich Albrecht /Foto: Stadt Perleberg
Sterbeurkunde Vorfahre Dietrich Albrecht /Foto: Stadt Perleberg

 

Vortrag „Kriegskinder - Spätfolgen bei Kindern und Nachkommen von Kriegsopfern des 2. Weltkrieges“ mit Dr. med. Bertram von der Stein am 04. August 2020

Vernichtung, Verfolgung, Flucht und Vertreibung sind direkte Folgen des Nationalsozialismus des Zweiten Weltkrieges, die bis heute noch nachwirken. Anhand von Fallbeispielen aus Therapien und in einer psychohistorischen Einordnung werden bis heute noch wirkende Wunden des Zweiten Weltkrieges aufgezeigt. Dies geschieht im Kontext mit Konzepten der transgenerationalen Traumatisierung und psychoanalytisch psychotherapeutischen Behandlungsstrategien für Ältere und Nachkommen Betroffener aus dem Zweiten Weltkrieg. Der Vortrag wurde musikalisch begleitet von Heika Rosenau und fand anlässlich der Sonderausstellung „Kriegergedächtnismale in den Kirchen der Prignitz. Kontinuität oder Wandel nach 1945?“ (12. Juli – 15. November 2020) statt. Ein Projekt im Rahmen des Themenjahres „Krieg und Frieden. 1945 und die Folgen in Brandenburg – Kulturland Brandenburg 2020“.

Vortrag Dr. Bertram von der Stein / Foto: Stadt Perleberg
v.r.n.l.: Heika Rosenau und Anja Pöpplau/Foto: Stadt Perleberg

 

Einblick Vortrag Dr. Bertram von der Stein

 

Video: Stadt Perleberg

 

Einblick musikalische Begleitung Heike Rosenau mit dem Stück "Nebelkinder"

 

Video: Stadt Perleberg

 

Machen Sie mit!

Wie ist Ihre Meinung über Kriegergedächtnistafeln? Was bedeutet für Sie Frieden? Wer oder was verdient heute eine Gedenktafel? Schreiben Sie Ihre Meinung an die Pinnwand der Sonderausstellung und lesen Sie, was andere Besucherinnen und Besucher antworten.

Pinnwand / Foto: Stadt Perleberg

 

Einblick Führung zur Sonderausstellung

Die Kuratorin Dr. Sylvia Müller-Pfeifruck führte zum Digitalen Tag des Offenen Denkmals am 13. September 2020 durch die Sonderausstellung "Kriegergedächtnismale in den Kirchen der Prignitz".

 

Teil I Entstehung und Aufbau der Ausstellung

Video: Stadt Perleberg

 

Teil II Über die Kriegergedächtnismale

Video: Stadt Perleberg

 

Teil III Umgang mit den Gedächtnistafeln

Video: Stadt Perleberg