Öffnungszeiten:

Dienstag-Freitag: 10.00 - 16.00 Uhr

Sonntag: 10.00 - 16.00 Uhr

... sowie nach Vereinbarung.

 

Eintrittspreise:

3,50 € | ermäßigt 1,50 €

 

Objekt des Monats

November 2015

 

Perleberger Nagelwappen

Perleberger Nagelwappen

 

Perleberger Hohenzollern-Nagel-Wappen

Vor 100 Jahren, am 14. November 1915, fand auf dem Großen Markt in Perleberg die Weihe und Nagelung eines Hohenzollernwappens für die Sammlung von Geldern zugunsten einer Nationalstiftung zur Unterstützung von Hinterbliebenen und Verwundeten des Ersten Weltkrieges statt. Jeder Westprignitzer konnte Nägel erwerben: goldene für zehn Mark, silberne für fünf Mark und eiserne für eine Mark. Diese wurden nach dem Erwerb in das Wappen geschlagen. Anschließend konnte man sich in das Eiserne Buch eintragen und so seine Opferbereitschaft vor aller Öffentlichkeit zeigen.

 

An dem ab 1915 massenhaft einsetzenden Phänomen der Kriegsnagelungen zunächst in Österreich-Ungarn und wenig später in Deutschland beteiligten sich breite Bevölkerungskreise. Die Einnahmen im geschätzten einstelligen Millionenbetrag waren aber eher marginal. Weit bedeutender war die propagandistische Wirkung, da sie den Patriotismus und das Gemeinschaftsgefühl der Menschen ansprachen und so die „Heimatfront“ aktivierten.

 

Oft wurden hölzerne Monumentalstatuen (Rolande, General von Hindenburg) oder Eiserne Kreuze genagelt. In Perleberg entschied man sich anlässlich des 500jährigen Hohenzollernjubiläums 1915 für ein Hohenzollernwappen. Es ist eine Arbeit des Perleberger Tischlers Gustav Heinrichs und des Bildhauers Wilhelm Rosenfeld. Bereits am 14. November 1915 wurden 734 Nägel gestiftet, die 2.523,50 Mark einbrachten. Insgesamt konnten 3.655,29 Mark erlöst werden. Auf 44 Seiten des als „Eisernes Buch der Stadt Perleberg“ titulierten Protokollbandes sind die Namen der Spender vermerkt.

 

Das Wappen und das Eiserne Buch wurden nach dem Krieg und dem Ende der Monarchie vom Perleberger Magistrat dem Museum übergeben und werden in der Sonderausstellung „Perleberg, die Anfänge und das Ende der Hohenzollernherrschaft in Brandenburg“ bis zum 22. November 2015 gezeigt.

 


 

September 2015

 

Butterschleuder

 

Butterschleuder

Das Objekt des Monats September wurde am 4. September auf dem diesjährigen Havelberger Markt erworben und dem Stadt- und Regionalmuseum als Schenkung zugeeignet. Schleudern dieser Art waren vor 100 Jahren weit verbreitete Handgeräte zur Herstellung von Butter. Mit einem Kurbelmechanismus zweier im rechten Winkel angeordneter Zahnräder wird ein hölzerner Rührflügel angetrieben, der den Rahm zu Butter schlägt.

 

Die Butterschleuder wird in die geplante neue Ausstellung zur „Ländlichen Volkskunde, Gutswirtschaft und zum Bäuerlichen Leben in der Prignitz“ integriert und das vorindustrielle Buttern zusammen mit den im Museum vorhandenen hölzernen Butterfässern veranschaulichen. Hölzerne Butterfässer kamen auch schon zur Anwendung, als 1732, vor bald 300 Jahren, auf Erlaß des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I., des sog. Soldatenkönigs, eine staatliche Lehranstalt für Butter- und Käsezubereitung in Königshorst gegründet wurde. Diese Lehranstalt erlangte unter der volkstümlichen Bezeichnung „Butterakademie“ auch überregionale Bekanntheit. Ziel war die Einrichtung einer Milchwirtschaft nach holländischem Vorbild und die Verbesserung der Herstellung von Milch, Butter und Käse. 1780 bestätigte Friedrich II., der Große, die Lehranstalt als „Ordentliche Akademie des Buttermachens“.

 

Kuhmägde und Bauerntöchter sollten sich im Rahmen ihrer dortigen Ausbildung mit den Arbeitsgängen der Butterherstellung vertraut machen. Dazu gehörten die saubere Haltung und Fütterung der Tiere, die keimarme Gewinnung der Milch, die Trennung der Sahne von der Rohmilch in Satten oder Zentrifugen, die Butterbereitung in Stampf- oder Drehbutterfässern, die Lagerung der Butter und der Transport der Butter zum Verbraucher. Für ein Pfund Butter mussten vor 300 Jahren bis zu 5 Groschen bezahlt werden.